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Werbeblocker vs. “ich möchte alles kostenlos”

Veröffentlicht am: 14. Juni 2010, 21:38 Uhr | von: Marc | 3 Kommentare »

Zugegeben, so manche Werbung auf Internetseiten ist nervig. Gerade solche Flash-Banner oder Layer-Ads, welche dann den lesbaren Teil einer Webseite überlagern und man zumindest in die Werbung klicken muss, um diese Werbung auszublenden. Meistens öffnet sich dann auch noch ein Pop-Up-Fenster, wenn man den sogenannten “close” oder “schließen”-Button/Link anklickt.

Gerne werden dann die “Adblocker” oder “Werbeblocker” benutzt – also beispielsweise Plugins/Erweiterungen für Webbrowser, welche gezielt die Werbung ausblenden. Natürlich sind solche Tools nützlich und auch gut, um besonders aggressive Werbung auszublenden. Sehr oft ist es allerdings auch sinnvoll, Werbe-Einblendungen zuzulassen.

Es gibt zig Projekte und Webseiten, die einen bestimmten Dienst oder eine Leistung völlig kostenlos für den Besucher anbieten und diesen Dienst rein aus Werbe-Einnahmen finanzieren. Dazu zählen bereits Privatblogs, die teilweise fast täglich interessante und helfende Beiträge abliefern, private Forum- und Diskussionsplattformen, usw.

Auch wenn sich solche aus sicherlich jedemanns Sicht unterstützenswerten Webseiten gerade so mit Werbung bestückt werden, dass die Werbung eben nicht aggressiv wirkt, sich aber trotzdem vom Inhalt abhebt(so dass diese als Werbung erkennbar bleibt), werden diese Werbeeinblendungen ebenfalls von den Standard-Einstellungen der “Adblocker” geschluckt. Das ist eigentlich schade, da sich so die finanziellen Spielräume für solche durchaus wichtigen Projekte minimieren, bis diese irgendwann ganz eingestellt werden müss(t)en. Die Werbe-Einkünfte für die “kleinen” Webseiten werden so immer geringer. Größere Unternehmen erhalten allerdings weiterhin größere Werbeeinnahmen grundsätzlich schonmals durch deren “Namen” und dadurch deren größerer Bekanntheit.

Ein paar Dinge, die m.E. grundsätzlich und schon seit Beginn des Internets missverstanden wurden, ist die Vorstellung, dass das Internet der “kostenlose Raum” ist – daher kam wohl auch der relativ schnelle Hype auf “MP3s” auf. Man zahlt schließlich schon die Internet-Gebühren beim Provider und möchte dann natürlich auch etwas dafür haben. Kostenlose Musik, Spiele, Software, Filme, oder “nur” Informationen – einfach mal von allem ein bisschen – aber ja nichts zahlen, oder “nervige” Text-Werbung angucken. Zurechtweisen lässt sich eh niemand in der sogenannten Internet-Sphäre – jeder wird allerdings jemanden kennen, der genau diese(leider schwäbische) Einstellung verfolgt(“alles umsonscht ond bloss nix zahla”). ;-)

In diesem Sinne: Für die Projekte die einem Gefallen, für die Webseiten, die man täglich nutzt und deren Services grundsätzlich zumindest privat finanziert sind, könnte man doch durchaus mal kurz den Adblocker abschalten um zu gucken, ob das jeweilige Projekt eventuell versucht, per Werbung ein bisschen Einkommen oder Kostenminimierung zu betreiben und dann gerade für solche Seiten den Adblocker zumindest für diese Seiten entsprechend einstellen.


3 Kommentare zu “Werbeblocker vs. “ich möchte alles kostenlos””

  1. 1 Jan sagte am 16. Juni 2010 um 21:38:

    Schön wäre ein Netz, in dem Werbeblocker überflüssig sind. Aber aufgrund von Aggro-Methoden wie Layer-Ads oder nerviger Flashwerbung ist der Gedanke leider illusorisch. Vielleicht wird sich bei Werbetreibenden irgendwann mal der Gedanke durchsetzen, dass weniger mehr sein kann, indem es mal mit ein bisschen weniger Penetranz versucht wird. Denn Werbung, die nicht akzeptiert wird, ist schlechte Werbung. Solange Werbung im Netz überwiegend als Belästigung zu empfinden ist, unterstütze ich Werbeblocker schon aus Protestgründen – solange, bis auch große Werbeagenturen / -Portale begreifen, wie man richtig im Netz wirbt.
    Allerdings sehe ich es auch so, dass man mit einem Werbeblocker so umzugehen hat, dass man bei Seiten Ausnahmen definiert, die man für unterstützenswert hält, sofern sich die Werbung in Grenzen hält. Oder man lässt – sofern man partout keine Werbung ausstehen kann – mal eine kleine Spende fließen (z.B. via flattr, Paypal etc.). Es ist im übrigen immer wieder festzustellen, dass Spendenbereitschaft vorhanden ist, was der allgemeinen These der “Kostenlos-Mentalität” widerspricht, Beispiel taz.de.

  2. 2 Marc sagte am 16. Juni 2010 um 21:38:

    Das ist eine Ansicht, die ich so ebenfalls teile! Ich bin ebenfalls gegen diese Aggro-Werbung. Das ist m.E. auch gar keine Werbung sondern Nerv-Faktor. Anscheinend muss diese Art der aggressiven Werbung aber wohl etwas bringen… :-/
    Mit meinem Beitrag wollte ich nur darauf hinweisen, dass es gerade für richtig gute Weblogs, Foren, etc. schädlich ist, wenn der Adblocker auf Standard läuft, weil es eben diverse Seiten gibt(dazu kann man durchaus auch eigentlich seriöse Tageszeitungen im Internet zählen), die mittels richtig nervenden Werbe-Attacken die Ladezeiten ordentlich hochschrauben und zudem die eigentlich vorhandene Übersicht der Webseite verbauen.
    “Gute Werbung im Internet” – das ist noch so eine Baustelle, die allgemein im Entwicklungsstadium ist. Ich kann die “Spenden”-Aussage von Dir auch selbst bestätigen. Auf solche Aufrufe wird oft mehr reagiert, als man vermutet(!).
    Es gibt da im Internet m.E. durchaus so eine Art Kategorien von Internet-Benutzern, die auch mal spenden, aber ein vermutlich größerer Teil, der das Internet zu eigenen Gunsten “ausschlachten” möchte. Das ist aber nur mein persönlicher Eindruck.

  3. 3 jogmap.de – das “All inclusive”-Portal für Läufer | Jan Knöttig sagte am 7. Juli 2010 um 21:38:

    [...] und trotzdem muss sich ein solches Portal finanzieren. Ein guter Anlass, punktuell immer mal den Werbeblocker abzuschalten. Die Werbung auf dieser Seite ist zwar unschön, sprengt aber noch nicht den Rahmen des [...]


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